1. In einem Satz, stell dich uns kurz vor:   

Marco Fritsche, 41, aus Appenzell & von Beruf Moderator. Seit drei Jahren in eingetragener Partnerschaft lebend – etwas weniger umständlich formuliert „quasi verheiratet“.

2. Was hat dich dazu bewegt das zu tun was du heute tust? 

In zwei Jahren feiere ich mein 20-jähriges Berufsjubiläum und nach den Beweggründen gefragt, warum ich das – immer noch – tue, muss ich etwas ausholen. Als leidlich motivierter Publizistikstudent an der Uni Zürich brauchte ich nach dem Grundstudium ein Praktikum. Nach etlichen Absagen bei Zeitungen & Lokalradios habe ich mich in meiner Verzweiflung zu einem Casting für den neu enstehenden Musiksender „swiss Music Television“ gemeldet. Da wurde ich dann – Wunder gibt es immer wieder – genommen und nach einem Jahr in der Moderation zum Produzenten der Live-Sendungen befördert. Dies liess mich mein Studium mit wehenden Fahnen abbrechen und mich vollends in die wilde Welt des TVs stürzen. Seit diesem Zeitpunkt gibt und gab es eigentlich keinen Event oder TV-Sender der vor mir als Moderator sicher war. Der eigentliche Beweggrund das zu tun ist also vor allem ein gewisses „Rampensau-Gen“ und die Freude daran Leute zu unterhalten – oder im negativen Sinne zu nerven.

3. Du moderierst das Format „Big Pictures“ auf dem Privatsender 3 Plus, gab es seit Beginn etwas das dich besonders berührt oder beeindruckt hat und warum?

Ich mag Big Pictures als Ganzes vor allem deshalb, weil es mich nach acht (!) Jahren der Moderation für „Bauer, ledig, sucht…“ quasi vom Kuhstall und der grünen Wiese – und das bei Wind und Wetter – zurück in ein kuscheliges Fernseh-Studio geholt hat. Die Produktion die in den Pro7-Studios in München stattfindet ist also ein wunderbares Kontrastprogramm zu meinen geliebten Wald- und Wiesen-Einsätzen.

4. Facebook oder Instagram? Und wem folgst du am liebsten? 

Sowohl als auch. Aber ganz, ganz ehrlich gesagt vor allem weil man heutzutage fast muss und weniger weil ich unbedingt will. Beim „Bauer, ledig, sucht…“-Publikum ist facebook hoch im Kurs und bietet somit die Möglichkeit näher am Publikum zu sein und ihnen auch Einblicke hinter die Kulissen beim Drehen zu ermöglichen. Instagram ist hingegen für mich nicht ganz unwichtig um zu sehen, was in der Welt von Influencern und Trendsettern so geht. Ich folge sowohl Freunden und Bekannten, als auch Projekten die mich aus den unterschiedlichsten Gründen interessieren. Eigentlich müsste man ja auch schon lange auf Snapchat sein und aus journalistischen Gründen einen Twitter-Account haben. Aber da halte ich mich bewusst und aus zeitökonomischen Gründen zurück. Oder sagen wir es so: So lange Trump twittert, muss ich da nicht dabei sein. Schwachsinn kann man sich auch auf anderen Kanälen zu Gemüte führen.

5. Gab es in deiner Karriere als Moderator Ereignisse oder Situationen die für dich besonders herausfordernd waren? 

Live Events und Sendungen sind immer wieder spannend aber auch sehr herausfordernd. Sie bieten aber vor allem auch den „Kick“ weswegen ich meinen Beruf so liebe. Am „schlimmsten“ sind für mich aber immer wieder Drehs bei denen es sehr emotional wird. Und wenn ein gestandener Bauer im Gespräch feuchte Augen bekommt oder gar weint, dann merke ich immer wieder, dass ich selbst auch eher nahe am Wasser gebaut bin. Und nach so einem Gespräch bin ich meistens auch „nudelfertig“.

6. Du hättest die Gelegenheit deine Karriere neu zu starten, was würdest du anders machen? 

Ich würde Japanologie studieren und dieses spannende Land und die Kultur vor Ort studieren wollen.

7. Wer aus der Branche kommt dir in den Sinn wenn du das Wort erfolgreich hörst?

Barbara Schöneberger, Anne Will, Sandra Maischberger und Günther Jauch. Ich habe jetzt auf meinen Beruf Bezug genommen und nicht auf allfällige Japan-Koriphäen. Nur um allfälligen Missverständnissen zuvor zu kommen.

8. Mal angenommen du darfst für den Rest deines Lebens eine Show moderieren, welcher wär’s? 

„Fritsche“ im Sinne von „Markus Lanz“ oder der „NDR Talkshow“. Aber muss es unbedingt für den Rest meines Lebens sein?! Das könnte im schlimmsten Fall verdammt lange sein ; )

9. Gewährst du uns ein kleiner Blick über deine Schultern? Gibt es neue Projekte in der Pipeline? Vielleicht eine neue Show?

Über ungelegte Eier zu reden bringt Unglück, sagt ein Aberglaube in unserer Branche. Aber 2017 ist bereits schon „gesetzt“ und ausgebucht mit Anlässen wie der „Frischlingsparade“ im Casinotheater Winterthur, dem „Best of Swiss Web“-Award, dem Wundsymposium der Hartmann AG, dem „Fundraiser“ von SwissRe und dann vor allem durch die 13. Staffel „Bauer, ledig, sucht…“ um nur gerade die Geschichten zu nennen, welche mir spontan einfallen. Was 2018 ist verkünde ich dann gerne wieder nächstes Jahr.

10. Was möchtest du unseren Lesern noch auf den Weg geben? 

Lesen bildet! Aber genauso wie ausschliesslich gesunde Ernährung keinen Spass macht, darf man sich auch mal vor der Glotze entspannen. In dem Sinne: Auf bald, in alter Fri(t)sche.

FRAGEN & PHOTO: Sean White

PHOTO: Sean White