Text: Tanya König, Fotos: Jan Wiederkehr

Kein Liebling war Marea Hildebrand als sie im Herbst vergangenen Jahres in der Zürcher Hochschule der Künste ihre erste Intervention startete. Sie setzte sich während einer Woche an einen kleinen Tisch am selben Ort oder stellte einen Blumentopf mitten in den Raum und beobachtete, wie der Gegenstand die Umgebung verändere. Doch die Sicherheitsleute der Schule jagten sie wieder fort. Sie wehrte sich und bekam eine Bewilligung für ihr aktuelles Projekt «Nutrient Solution – Nährlösung». Seit dem 7. Januar 2016 campiert sie in der Kaskadenhalle der ZHdK. Ein Zelt, ein Tisch, zwei kleine Bänke und fertig ist das neue Daheim der Kunststudentin. Hier beschäftigt sie sich mit den Fragen, wie viel Freiraum der Mensch brauche, um frei denken und handeln zu können und wie man einen Ort prägen und bespielen könne – und hier treffe ich sie. Doch eigentlich mache sie nichts ausser da sein. Ihre Präsenz beeinflusst das Geschehen. Fremde unterhalten sich mit ihr, bringen ihr Essen vorbei oder laden psychisch ab. Und immer wieder merkt sie, dass die meisten Menschen Veränderung wünschen, aber nichts dafür tun. Wir seien alle zu beschäftigt, als dass man sich dafür aufraffen könne.

Marea Hildebrand 3

Marea hat für eine kurze Zeit einen sozialen Fixpunkt geschaffen in einer Welt, in der alles fluid und relativ ist. So kann Kunst bewegen.

Marea Hildebrand 5

Marea Hildebrands Projekt «Nutrient Solution – Nährlösung» läuft noch bis Ende Januar 2016.