Die Stadionrockband aus der Schweiz, die vorläufig noch ohne Stadion auskommen muss. Aber nicht mehr lange. Denn Gabriel und Ivan Broggini haben alpine Ambitionen, eine Menge Erfahrung von der Learning-by-doing-Art und ein neues Album namens „This Is What We Are“, das mehr Masterplan als Visitenkarte ist.

Die beiden Brüder kommen aus dem Schweizer Locarno, wo sie immer noch leben wie ein James Bond-Bösewicht in seiner Bergfestung – nur dass sie natürlich nur Gutes im Schilde führen. So wie 2014, als sie den MTV Award als Best Swiss Act gewannen. Oder so wie ein paar Jahre davor, als sie aus einer Laune heraus am ESC-Vorentscheid teilnahmen und mit „Unbreakable“ durch Europa tourten.

Sinplus sind aber keine Schmusesänger, sondern wie gesagt angehende Stadionrocker, die ihr Handwerk in London und Los Angeles gelernt haben und Bands wie U2, Muse oder Coldplay zu ihren Vorbildern zählen. Die können nämlich auch grosse Zuschauermengen zum gemeinsamen Träumen verführen, mit Songs, die nach Freiheit, Wiedergeburt und Selbstverwirklichung klingen. Diese Positivität haben auch Gabriel und Ivan im Blick, wenn sie auf „This Is What We Are“ himmelstürmende Melodien mit grossen Refrains und griffigen Solos kreuzen. Hört man da Alternative Rock, Powerpop, ein bisschen Disco, ein wenig Reggae heraus? Durchaus. Sinplus haben in ihrem Leben so viel Musik absorbiert, das alles, was das eigene Songwriting hervorbringt, das Ergebnis eines einzigartigen Experiments ist. Ein Experiment, das mit der Gitarre umgerührt und mit einer menschenfreundlichen Philosophie abgeschmeckt wurde.