Sie ist in Sarnen geboren und Doppelbürgerin (Schweiz/Italien). Ihre Fussballkarriere beginnt im Kanton Luzern. Den Sprung in die höchste Frauenfussball-Liga macht Viola Calligaris beim SC Kriens. Da die Strukturen aber in Bern besser waren, wechselt sie im Jahr 2013 zu den Frauen des BSC Young Boys. In den darauffolgenden 4 Jahren wird sie zur unumstrittenen Stammspielerin und Leistungsträgerin des Teams. Ihre Laufbahn als Fussballerin entgeht aber auch dem schweizerischen Fussballverband nicht. So debütiert die Obwaldnerin im März 2016 im Schweizer Frauen A-Nationalteam. 

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PHOTO Dario Zimmerli

Auf Vereinsebene macht Viola Calligaris im Sommer 2017 den nächsten Schritt. Dann nämlich nimmt sie das Angebot von Atlético Madrid an und zieht nach Spanien. Seit dem Wechsel sind mehrere Monate vergangen und Viola Calligaris fühlt sich sichtlich wohl in Madrid. 

INTERVIEW:

Wann hast du angefangen dich für Fussball zu interessieren?

Schon in jungen Jahren habe ich mit meinem Bruder die Spiele von Juventus Turin und der italienischen Nationalmannschaft verfolgt. Dies wurde uns von unserem Nonno auf den Weg gegeben. 

Hast du Vorbilder? Gibt es etwas, was du dir von ihnen abschaust?

Ich fühle mich von der Spielart von Pavel Nedved inspiriert. Auch wenn er jetzt nicht mehr spielt, schaue ich mir gerne die Videos von ihm auf Youtube an. Zudem fasziniert mich die Person Roger Federer wegen seiner Konstanz, seiner Disziplin und auch seiner Bescheidenheit trotz Weltruhm.

Wie sieht ein typisches Training bei dir aus?

Ein typisches Training bei Atletico de Madrid fängt mit einer Runde um den Platz an, danach mit einer kurzen Passform, gefolgt von dem beliebten 6 gegen 2. Nach einer taktischen Einheit wird das 6:2 auf eine Ballhalteform erweitert. Zum Abschluss spielen wir doppelten 16ner.

Hast du vor dem Spiel ein  Ritual, bzw. hast du einen Glücksbringen?

Ich habe kein bestimmtes Ritual. Es kommt aber vor, dass, wenn in einem Spiel etwas besonderes geschieht, dass ich mich dann für den nächsten Match genau gleich vorbereite. Wenn es dann nicht mehr gelingt, ist mir dieses „Ritual“ dann aber auch nicht mehr wichtig. 

Zentralschweiz, Bern, Madrid: Was ist der nächste Schritt?

Es gefällt mir in Madrid sehr gut. Nicht nur im sportlichen Bereich sondern auch was das Leben in der Hauptstadt Spaniens anbelangt. Die Gastfreundschaft und die Offenheit der SpanierInnen begeistert mich allgemein. 

Ein grosser Teil deiner männlichen Fussballkollegen spielt PS (FIFA). Mittlerweile sind auch einige Frauenteams online vertreten. Spielst du auch Playstation? Wenn ja, wie oft?

Zu Beginn spielten mein Bruder und ich jeweils alleine am Computer. Nach einer kurzen Überzeugungsphase kaufte unser Vater (im Jahr 2010) eine Playstation. Dann begannen wir zu dritt zu spielen. Ich spiele ab und zu. Auch in Madrid spiele ich zwischendurch FIFA mit Freunden.

Was machst du, um zu entspannen? Hast du noch andere Hobbys?

Hier in Madrid gehe ich sehr gerne in die Stadt und suche nach kleinen Cafés oder Restaurants, die etwas Spezielles anbieten. Dann geniesse ich es dort mit Freunden hinzugehen. Nachdem ich hier in Madrid an einer Schule Spanisch gelernt habe, kann ich mich gut mit ihnen unterhalten. 

Falls das mit dem Sport irgendwann zu Ende gehen sollte – hast du einen Plan B?

Ich habe nicht einmal einen Plan A, geschweige denn Plan B. Vorletzten Sommer schloss ich die Sport-KV-Lehre ab und hängte die einjährige Berufsmatura an. Diese beiden Abschlüsse bilden eine gute Basis für meine Zeit nach dem Sportprofi-Lebensabschnitt. Was ich danach machen werde steht allerdings noch in den Sternen. Ich geniesse es sehr, den für mich besten Sport, als Beruf ausüben zu dürfen und nehme jeden Tag wie er kommt – hoffe es werden noch viele solche Tage folgen.