American Football ist der ultimative Teamsport. Wenn das Kollektiv nicht funktioniert und nicht jeder auf dem Feld seinen Teil dazu beiträgt, kann jeder noch so gute Einzelspieler im Grunde genommen nichts ausrichten.

Es ist ausserdem ein sehr taktisches Spiel. Gut 70% werden im Kopf entschieden. Es gilt in jeder Spielsituation neu abzuwägen, welches der nächstbeste Spielzug ist. Den Spielern müssen diese Situationen ebenfalls klar sein, denn nur so kann garantiert werden, dass die Vorgaben des Coaching Staff auch richtig umgesetzt werden. Ein durchschnittliches Playbook (Spielbuch wo alle Spielzüge aufgelistet sind) enthält gegen 100 verschiedene Spielzüge. Diese gilt es auswendig zu kennen, denn wie bereits erwähnt kann der Fehler eines Einzelnen, den gesamten Spielzug zu Nichte machen. Football ist eine Sportart, die jeder spielen kann: Egal ob gross, klein, dünn oder stämmig, sehr flink oder auch etwas träge. Wer interessiert ist findet in jedem Fall einen Platz im Team, sei es in der Offensive oder Defensive. Nicht jeder kann Quarterback werden. Spieler wie Lineman (Blocker), Runningback, Wide Receiver, Linebacker, Cornerback oder Safety sind im Teamgefüge ebenfalls sehr wichtig.

Die Entwicklung in der Schweiz ist beachtenswert. Während das Interesse vor 10 Jahren noch sehr rege war, spürt man seit kurzer Zeit einen riesigen Aufschwung. Die Vereine in der Schweiz sind sehr gut organisiert und verfügen über einen gut ausgebildeten Nachwuchs.

Als Überraschungsteam präsentieren sich dieses Jahr die Luzerner Lions. 2014 werden sie Meister in der Nationalliga B und qualifizieren sich für die Relegationsphase, wo sie die Owls Lausanne besiegten. Die Lions konnten die Saison mit einem Sieg gegen die Zürich Renegades starten. Für Gesprächsstoff aber sorge der Sieg über die Calanda Broncos. Die Bündner waren noch im Jahr 2012 Sieger des Euro Bowl, welcher ein Pendant zur Champions League im Fussball darstellt. Ausserdem waren sie in den Jahren 2009 – 2013 Schweizermeister und haben in den letzten sechs Jahren lediglich zwei  Ligaspiele verloren. Daher wurde der Sieg von Luzern auch als „Sensationssieg des Wochenendes in Europa“ bezeichnet.