Ein heisses Thema auch zwischen Mann und Frau oder Vater und Mutter. Heutzutage ist es öfters noch so, dass der Vater prozentual die Kinder weniger betreut als die Mutter. Nichtsdestotrotz beteiligen sich Väter vermehrt an der Erziehung der Kinder. Sie gehen auf den Spielplatz, lernen mit den Kindern oder machen einen Vater-Kind-Tag. Die Mutter freut sich, wenn sich der Vater nach der Arbeit an den alltäglichen Aufgaben der Kinder aktiv beteiligt oder beteiligen würde. So ist zu hoffen, dass die Kinder nun weniger nach Mami und öfters nach dem „Papi“ rufen, damit diese zusammen etwas spielen können.

Für die Entwicklung der Kinder ist es wichtig, dass sich die Väter mehr Zeit für sie nehmen und die Mütter sich dadurch hoffentlich entlasteter fühlen. Das Zusammenspiel der Eltern gestaltet sich aber als Gratwanderung. Frust und Freude liegen sehr nahe beieinander!

Heute ist bekannt, dass Mutter und Kind von Geburt an in einer Symbiose leben. Das gibt dem Baby Sicherheit und Halt. Die Mutter baut eine stabile und verlässliche Bindung zum Kind auf. Der Vater geht nach der Geburt wieder zur Arbeit und verlässt ergo das Kind und die Mutter jeden Tag. Abends kehrt er mal früher, mal später wieder zur Familie zurück.  Er muss sich jeden Tag aus der Familie lösen, gewinnt Abstand und muss sich am Abend wieder an die Familien-Abläufe gewöhnen. Die Mutter erledigt die Arbeit mit dem Kind selbstständig und ist mehrheitlich auf sich alleine gestellt. Niemand redet ihr in die Arbeit rein. Genau da steckt die Crux von Eltern oder Vater und Mutter.

Evtl. arbeitet die Mutter Teilzeit und meistert taktisch und technisch im Grossen und Ganzen erfolgreich Erziehungs- und Hausarbeit. Die Mutter hat in der Erziehung ihre Regeln und Absprachen mit dem Kind getroffen. Das Zusammenleben zwischen Mutter und Kind funktioniert mehrheitlich mal besser wenn das Kind nicht in der Trotzphase ist, mal schlechter wenn das Kind in der Pubertät angekommen ist.

Der Vater muss sich also immer wieder in ein eingespieltes und jeden Tag trainierendes Mutter-Kind-Team, mit möglichst viel Empathie, Freude und Humor integrieren. Was einigen Familien einfach und spielerisch gut gelingt, kann für andere zum Spiessrutenlauf werden. Zwischen Freude, der Mann kommt nach Hause oder Trennung, wenn wir das nicht hinkriegen, werde ich mich trennen.

Beispiel: 

Der Vater sieht die Arbeit mit den Kindern nicht! Alles muss ihm gesagt werden. Die Mutter fragt sich, ob dies in seiner Firma wohl auch so abläuft. Natürlich nicht. In der täglichen Arbeit und Erziehung einer Mutter sitzt jeder Handgriff. Der Mann kann die Arbeit nicht sehen, weil er weniger zu Hause ist. Im besten Fall kommt der Vater nach Hause und spielt mit den Kindern. Im schlechteren Fall kommt der Vater ins gemütliche Zuhause, sitzt vor den Fernseher, geht an den PC oder befasst sich mit seinem Smartphone. Er ist einfach müde von der Arbeit und will sich erholen! Die Mutter hat alle Hände voll zu tun mit Duschen des 6-Jährigen oder Lernen für die Deutschprüfung mit der 8-Jährigen. „Warum fragt mein Mann nie, was noch zu erledigen ist und geht mir zur Hand“? Es sind Arbeiten, an die der Mann nicht denkt, sie nicht sieht und sie auch nicht bewusst vergisst.

Mütter wünschen sich, dass Männer im Haushalt aktiv mithelfen oder Arbeiten abnehmen. Aber sind die Mütter auch bereit ihr vertrautes Territorium zu teilen? Es ist anzunehmen, dass der Mann Arbeiten anders angeht und dies nicht im selben Denken und derselben Routine geschieht wie bei der Frau. Vielleicht ist es so, dass manche Mütter Arbeiten lieber nicht abgeben, weil sie dann anschliessend viel mehr Arbeit haben? Es braucht immer zwei, dass es so ist, wie es ist.

Eine Mutter leistet ein enormes Pensum und Engagement in der täglichen Hausarbeit und mit den Kindern. Dasselbe leistet der Mann in der Firma. Für beide sollte es nicht selbstverständlich sein. Die Rolle der Väter in der Erziehung ist für beide Parteien nicht immer einfach. Manchmal wäre es wohl einfacher für die Frau, wenn sich der Vater nicht in die Erziehung und in den Haushalt einmischt. Aus Sicht der Entwicklung der Kinder und für die Mutter aber enorm wichtig.

Praxisbeispiel einer guten Erziehungsarbeit von Vater und Mutter:

Der 15-jährige Sohn ist dauernd mit seinem Handy beschäftigt. Das Handy ist allgegenwärtig und immer mit dabei. Die Eltern sind der Meinung, dass das Handy wenigstens in der Nacht nicht auch noch aktiv sein muss und wollen eine handyfreie Zeit während der Nacht einführen. Dies kommt beim Sohn aber gar nicht gut an. Er wird sogar aggressiv, wenn er das Handy abgeben soll. Weder Vater noch Mutter können den Sohn dazu bewegen. Erst als sich die Eltern zusammenschliessen und gemeinsam die Abgabe-Regelung über Nacht einfordern, kann der Sohn einlenken und das Handy während der Schlafenszeit in der Küche deponieren.

Die Rolle der Väter sollte sich in der heutigen Zeit nicht nur über das Geldverdienen definieren, sondern auch als Interessierter das Kind auf emotionaler Ebene abholen. In alltäglichen Situationen für das Kind da sein, zuhören, trösten, Interesse an seinem Alltag zeigen. Es gibt Vorteile für Väter, Mütter und vor allem für die Kinder, wenn sich beide Elternteile um vieles gemeinsam kümmern.

Selten angesprochener, aber wichtiger Punkt ist im Gegensatz zur klassischen Rollenverteilung folgendes: Je mehr beide im Haushalt und am Geld verdienen beteiligt sind, desto aufwändiger ist die gesamte Organisation rund um die Familie. Es braucht mehr Absprachen im Haushalt, bspw. wer geht einkaufen? wer bringt die Kinder in die Krippe? usw… Alles kann aufwändiger, aufreibender und nervenzerrender für die Eltern sein.