Der Flüchtling aus dem Südsudan lief bei seiner Diamond-League-Premiere in Stockholm gleich zur Jahresweltbestzeit über 3000 Meter. Möglich wurde sein Start beim traditionsreichen Leichtathletikanlass in Schweden erst durch den Erhalt einer Reiseerlaubnis wenige Tage zuvor.

7:29:48 – mit einem unwiderstehlichen Finish lief Dominic Lobalu im altehrwürdigen Stockholmer Olympiastadion zum Sieg und zur Jahresweltbestzeit über 3000 Meter. Ähnlich aussergewöhnlich wie seine Leistung beim allerersten Start in der Diamond League ist der Weg, der den 23-Jährigen mitten in die Leichtathletik-Weltspitze führte.

Im Alter von neun Jahren flüchtete Dominic Lobalu aus dem Südsudan. Er schloss sich dem Olympischen Flüchtlingsteam in Kenia an und bestritt mit diesem u.a. auch die Leichtathletik-WM 2017. Einen Aufenthalt in Genf nutzte er schliesslich 2019 dazu, um sich vom Team abzusetzen und in der Schweiz einen Asylantrag zu stellen, der abgelehnt wurde. Lobalu lebt als vorläufig aufgenommene ausländische Person in der Schweiz.

Seit seiner Ankunft im Land trainiert Dominic Lobalu beim LC Brühl in St. Gallen mit dem ehemaligen Steeple-Spezialisten Markus Hagmann und dominierte in dieser Zeit die hiesigen Mittelstrecken- und Strassenrennen beinahe nach Belieben. Der Schritt ins Ausland und somit auf die grosse internationale Leichtathletikbühne blieb ihm aber vorerst verwehrt: Als Flüchtling mit Aufenthaltsstatus F durfte der Chelsea-Fan die Schweiz nicht verlassen.

Seinen ersten Start in der Diamond League nutzte Lobalu nun gleich dazu, seiner aussergewöhnlichen Geschichte ein weiteres, unglaubliches Kapitel hinzuzufügen. «Es war immer schon mein Traum an einem solchen Meeting zu starten. Alles war perfekt und jetzt werde ich überschwemmt von schönen und emotionalen Nachrichten. Ich habe deshalb letzte Nacht nur eine Stunde geschlafen.»

Photo: Dominic Lobalu – Quelle Diamond League Meeting Stockholm