Unkonventionell, modisch, ein Statement: Die Krawatte ist längst kein Accessoire mehr, das formellen Anlässen oder gewissen Berufsgattungen vorbehalten ist. Sie ist ein spielerisches Retro-Zitat, ein Ausdruck für Mode- und Stilbewusstsein, für manche das Tüpfelchen auf dem I des Outfits. Gehörte sie früher zur Konvention, kann sie heute teilweise schon Provokation sein. Früher trug Mann irgendeine Krawatte zu einem beliebigen Anzug. Heute ist der Umgang mit ihr selbstbewusster und unkonventioneller geworden. Doch

Welche Krawattenbreite ist die richtige?

Zwischen 8.25 und 9 cm misst die klassische Krawatte in der Breite. Gerade im Sommer tendiert der moderne Mann eher zu schmaleren Modellen zwischen 5 und 6 cm. Die passen für formelle Anlässe zum klassischen Anzug genauso, wie zum Casual Friday Outfit. Neben dem Style Faktor berücksichtigt man bei der Krawattenwahl auch die Breite des Anzugsrevers und die eigene Statur. Ist das Revers eher schmal, passt eine schmale Krawatte besser, bei einem breiten greift man idealerweise zu der Krawatte in Standardbreite. Männer mit schlanker Statur vollenden ihr Outfit mit einer schmalen Krawatte perfekt. Haben Sie eher breite Schultern, greifen Sie zu breiteren Modellen. Die modische Ausprägung spielt natürlich auch eine Rolle. So trägt der jugendliche Hipster mit kurzem kariertem Hemd, hochgekrempelten Ärmeln und tätowierten Unterarmen auch gerne eine schmale Krawatte. Er hat das Requisit für sich neu entdeckt und spielt mit unterschiedlichen Stilen und Kombinationen. Dieser Mann muss nicht Krawatte tragen, er will.

Wie lang soll die Krawatte sein?

Einen Zentimeter über dem Hosenbund oder Gürtel sollte die Krawatte enden. So lautet die Regel. Bedenken Sie: Mode ist nonverbale Kommunikation. Endet die Krawattenspitze unter der Gürtellinie, ist das durchaus auch eine Metapher. Wer gross gewachsen ist, kennt das Dilemma. Viele Krawatten sind zu kurz und erreichen höchstens den Bauchnabel. Selbst dann, wenn man nur einen einfachen Knoten bindet. Einige Anbieter haben das Problem erkannt und bieten Schlipse in Überlange an. Kleinere Herren mühen sich mit dem Gegenteil ab. Ihnen sind die Krawatten in Standardlänge zu lang. Da kann ein Double four-in-hand- oder ein Windsor-Knoten das Patentrezept sein. Am Kragen selbst ziehen Sie die Krawatte so zu, dass kein Zwischenraum zu sehen ist. Der Knoten verdeckt den obersten Hemdknopf und den Kragensteg Ihres Hemdes. Das schmale hintere Ende befestigen Sie auf der Innenseite an der entsprechenden Befestigungsschlaufe – auch Passantino genannt. Daran erkennen Sie übrigens eine hochwertige Krawatte.

Gut geschnitten – leichter geknotet

Über die Entstehung dieses edlen «Stoffstreifens» gibt es verschiedene Theorien. Glaubt man der Legende, liegt der Ursprung der Krawatte im Jahre 1663. Kroatische Söldner kamen nach Frankreich, um das Land im Krieg zu unterstützen. Sie sollen auffällig geknotete Halstücher getragen haben. Diese zu einem breiten Fächer geknoteten Tücher gefielen dem Sonnenkönig Ludwig XIII so gut, dass er sie am französischen Hof etablierte. Der Name lässt sich wirklich vom französischen Wort cravate ableiten, was übersetzt Kroate heisst. Soweit die Geschichte … Gesichert ist, dass der New Yorker Schneider Jesse Langsdorf im Jahr 1924 die Krawatte erfand, wie wir sie heute kennen. Er schnitt die Stoffe für seine Modelle diagonal und in drei Teilen zu. Das Material fällt dadurch eleganter. Die Knoten wirken weicher und hinterlassen weniger Gebrauchsspuren im Stoff. Langsdorf liess seine Idee 1939 patentieren. Und noch heute schneidern Manufakturen ihre Schlipse nach seinem Muster. Deshalb verlaufen übrigens die Streifen Ihrer Krawatte schräg …

Der Krawatte ist das Material nicht egal

Und Ihnen sollte es das auch nicht sein. Lassen Sie die Finger von Viskose oder Mischgeweben. Die mögen zwar preiswerter sein, sehen aber auch danach aus. Jeder Mann darf sich mindestens ein zeitloses Modell aus Seide gönnen. Jeder Mann darf sich mindestens ein zeitloses Modell aus Seide gönnen. Sie ist edel im Glanz, kühl und angenehm im Griff. Suchen Sie für den Herbst oder Winter nach einer etwas wärmeren und anschmiegsameren Variante, wählen Sie Wolle oder Strick. Die Materialwahl beeinflusst auch die Dicke der Krawatte. Und somit die Knotengrösse. Tragen Sie Hemden, bei denen die Kragenecken weit voneinander entfernt sind? Dann darf der Knoten gross sein und eine Krawatte aus dickerem Stoff bietet sich an. Ist das Material dünn, sieht ein Four-in-Hand mickrig aus, ein Windsor dagegen eignet sich perfekt. Neben dem Material ist auch die Verarbeitung wichtig. Die Längsnaht an der Innenseite muss flexibel sein. Dann reagiert sie beim Binden elastisch und verformt sich nicht. Damit die Krawatte selbst ihre Form behält, wird eine Einlage eingenäht. Diese harmoniert bei hochwertigen Krawatten mit der Stoffdicke. Eine dünne Seide mit einer dicken Einlage kombiniert, täuscht optische Wertigkeit vor. Schauen Sie also genau hin.

Eine farbenfrohe oder dezente Krawatte – wie mögen Sie es?

Die Mode gibt den Ton an. Auf jeden Fall sollte die Krawatte zu Ihrem restlichen Outfit passen. Tragen Sie klassisch dunkle Anzüge, eignen sich intensive, dunkle Farben wie ein kräftiges Burgunderrot. Ton-in-Ton zu Anzug oder Hemd sieht ebenfalls edel aus. Schräg, gepunktet, achteckig gemustert, Glencheck, Pepita und Hahnentritt sind zeitlose Muster. Was aber nicht ein Muss ist. Da kommt es sehr darauf an, in welchem Umfeld Sie die Krawatte tragen. Sie spielen modisch ganz weit vorne mit? Dann experimentieren Sie. Einen Rat geben wir Ihnen an die Hand: Verzichten Sie auf Comic- und Motivkrawatten in grellen Neontönen. Diese sind der fünften Jahreszeit vorbehalten.

Gut gepflegt, entsteht eine lange Freundschaft

Nehmen Sie sich Zeit, den Knoten zu binden. Das Material dankt Ihnen den behutsamen Umgang mit Langlebigkeit. Nach dem Tragen lösen Sie den Knoten immer ganz. Der Stoff erholt sich und bleibt so länger in Form. Aufbewahrt werden die Schlipse am liebsten gerollt. Dann bleiben sie knitterfrei und ohne Druckstellen. Auch die Schönste braucht mal eine Pause. Deshalb: Tragen Sie jeden Tag eine andere Krawatte. Eine stilvolle Auswahl finden Sie zum Beispiel bei denium.