Comedian, Schauspieler & Moderator, kurz gesagt ein Multitalent. Joël von Mutzenbecher wuchs in Basel auf. Er interessierte sich schon früh für die Medien, machte unter anderem ein Praktikum bei Viva Schweiz und Radio Basilisk. Fürs Schweizer Fernsehen stand er als Moderator sowie als Schauspieler vor der Kamera. Im Jahr 2011 startet von Mutzenbecher seine Radiokarriere beim Radiosender Energy und moderierte zudem im gleichen Jahr das Szenemagazin „wild@7“ auf SRF 2. Danach folgten erste Moderations-Jobs für Pro7 Schweiz und sein erstes Comedy-Soloprogramm „Multitalentfrei“. Im Kinofilm „20 Regeln für Sylvie“ ist er ebenfalls als Charakter „Ajax“ zu sehen. 2015 gewann Joël von Mutzenbecher den Swiss Comedy Award Publikumspreis mit Ausschnitten aus seinem zweiten Programm „Wienerlipromi“. Im Jahr 2016 erfolgte durch einen Auftritt bei Giacobbo/Müller Joëls Ritterschlag in den Schweizer Comedy Olymp. Mittlerweile tritt er auch in Deutschland auf, wo er kürzlich den „Talentschmiede“ Sonderpreis beim „Quatsch Comedy Club“ in Berlin gewinnen konnte.

Noch in diesem Jahr kommen die Comedy-Fans in den Genuss seines neusten Meisterwerkes „Halbidiot“. Bis dahin gibt es in seiner SRF-Webshow „vo Mutzebächer“ unterhaltende Satire zu aktuellen Themen, die die Welt bewegen.

HERBST 2017: HALBIDIOT

Sie alle kennen mindestens einen Halbidioten in Ihrem Umfeld. Sie lauern überall. Man liebt und hasst sie gleichzeitig. Sie verkörpern Zuneigung und Fremdscham in einer Person. Joël von Mutzenbecher gehört zu dieser Spezies. Mit der Erkenntnis, dass er nicht alleine ist, möchte Joël nun in seinem dritten Stand-Up-Programm sein Innerstes nach aussen kehren. Nach dem Besuch dieser Show erkennen Sie vielleicht in sich selber auch einen Halbidioten. Wenn nicht, haben Sie sich wenigstens einen Abend lang über einen Halbidioten bestens unterhalten und/oder fremdgeschämt.

Weitere Infos inkl. Programm, Tourdaten, etc. findet man unter: www.joelvonmutzenbecher.ch

1. Wann war dein erster Auftritt vor Publikum?

Das kommt ein bisschen drauf an, ab wann man rechnet. Ich habe schon als 6-jähriger Knopf im Tram ungefragt ganze Otto-Nummern gespielt oder in der Schule Mister Bean für die Klasse performt. Ob die Menschen wollten oder nicht. Ende Teenagerzeiten folgten dann erste Eventmoderations- und Theaterschauspieljobs. Mit 22 hatte ich dann Premiere mit meiner “Primetime Show”, eine Comedy-Talkshow im Häbse-Theater Basel. Ich persönlich empfinde aber die Premiere von meinem ersten Soloprogramm “Multitalentfrei” im November 2013 als Tag 0. Alles davor hat eigentlich nur auf diesen Tag hingearbeitet.

2. Bist du vor dem Auftritt nervös? Wenn ja, wie fokussierst du dich auf die Show?

Nervös nicht, positiv aufgeregt. Das muss ich auch sein, sonst wäre die Konzentration auf der Bühne nicht vollständig vorhanden. Wenn ich Solo spiele, schreibe ich vor der Show meinen Ablauf, da sich dieser immer ein wenig verändert. Manchmal mache ich zusätzlich noch kurz ein, zwei Atemübungen oder höre mir ein aktuelles Lieblingslied an, damit ich sicher kein anderes im Kopf habe. Es gibt nämlich nichts schlimmeres, als auf der Bühne zu stehen und einen Ohrwurm von einem schrecklichen Song zu haben.

3. Hast du ein Vorbild?

Ja, Roger Federer. Ich möchte quasi der Roger Federer der Comedy werden, bin aber schon etwas zu alt dafür (lacht).

4. Eine Show kann auch physisch anstrengend sein. Wie bereitest du dich darauf vor?

Das stimmt! Und das habe ich auch unterschätzt, bis ich zum ersten Mal Solo gespielt habe. Ich versuche, mich einigermassen gesund zu ernähren und schaue, dass die anstrengenste Nummer immer am Schluss einer Hälfte ist (lacht).

5. Mit wem würdest du gerne einmal eine Comedy-Show machen?

Als Stand-Up Comedian ist man hauptsächlich ein Einzelspieler. Das schöne ist jedoch, dass man trotzdem viele Abende mit wunderbaren Kollegen teilt. Man kann also auf der Bühne sein eigenes Ding machen, gemeinsam mit den anderen Komikern Abendessen, sich austauschen, lachen und so weiter. Das liebe ich so an diesem Beruf. Im Zusammenhang damit, war es für mich eine wahnsinnige Ehre, bei Marco Rima als Support auftreten zu dürfen.

6. Wie siehst du die Entwicklung der Comedy-Branche in der Schweiz?

Grossartig! Als ich mit 17 meinem besten Freund gesagt habe, dass ich Komiker werden möchte, hat er gesagt, dass das kaum möglich sei in der Schweiz, weil es gar keine richtigen Auftrittsmöglichkeiten gäbe. Mittlerweile gibt es aber in jeder grösseren Stadt Comedy-Clubs mit Newcomer-Spots oder komiker-freundliche offene Bühnen und somit auch viel mehr Menschen, die es selber auch mal ausprobieren möchten. Und so wie ich bei Marco Rima als Support auftreten durfte, kann ich jetzt auf ein Mal unglaublich tolle und talentierte Komiker auf meine Tour als Support mitnehmen. Das wäre vor vier Jahren wirklich noch undenkbar gewesen. Wir sind also auf einem sehr guten Weg. Ich behaupte, in zwei, drei Jahren herrscht bei uns in der Schweiz ein ähnlicher Comedy-Boom wie in den 70ern in den USA oder in den 90ern in Deutschland. Wir Schweizer brauchen halt manchmal etwas länger, machen es dann allerdings nicht schlechter. Ganz im Gegenteil.

7. Wie wichtig ist Social-Media für deine Karriere? 

Sicher nicht unwichtig. Social Media ist, wie es der Name ja schon sagt, ein Medium. Somit ähnlich wichtig wie Fernsehen, Radio oder Presse. Je mehr Menschen man über Medien erreicht, desto mehr potenzielle Zuschauer hat man, das ist eine alte Rechnung. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich mit “vo Mutzebächer” ein Webformat habe, das voll und ganz auf mich zugeschnitten ist und den Zuschauern beim Kaffeepäuschen, Feierabendverkehrt etc. eine kleine Freude bereitet. Wann und wo sie wollen. Das ist ein Luxus. Selbstredend steigert es meine Bekanntheit. Mir persönlich ist aber trotzdem am wichtigsten, was ich live performe – egal wie viele Zuschauer da sind. Menschen sollen in der Bar, im Club oder im Theater einen Abend mit mir erleben, der unvergesslich und vor allem einzigartig ist. So etwas wirst du mit einem coolen Bild oder kurzen Video auf Social Media nie erreichen können.

8. Hast du einen Tipp für Newcomer?

Ja, einfach machen! Und keine Angst haben, zu scheitern. Das gehört dazu und ich persönlich mag es sogar ein wenig, da es Teil des Arbeitsprozesses ist. Also wenn ein Auftritt schlecht war, überlegen warum und den nächsten Auftritt in Angriff nehmen. Und vom anderen Auftritt nicht unbedingt Videos auf youtube laden (lacht).