Wann wusstest du, dass du Unternehmer werden willst?
Ich hatte nicht bewusst das Ziel. Aber ich wollte immer Verantwortung übernehmen. Ich liebe die Freiheit und bin grundsätzlich mutig und risikofreudig. Zudem bin ich ein Leader, der Leute begeistern kann und diese auf dem Weg mitnimmt. So gesehen war es eigentlich logisch, dass es mich mal in die Selbständigkeit treiben wird. Wie so oft im Leben sind es Opportunitäten, Chancen, welche sich einem anbieten. Diese kann man packen oder eben nicht. Als mir mein damaliger Chef einen neuen (weniger progressiven) Vertrag unterbreitete, entschloss ich kurzerhand, es auf eigene Faust zu versuchen. Und das hat ja gar nicht so schlecht funktioniert.

Auf was bist du am meisten stolz?
Nun als erstes sicher auf meine drei erwachsenen Kinder. Das ist das Grösste für mich. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie sie sich entwickeln und ihren Weg gehen.

… und geschäftlich?
Den Aufbau einer Firma aus dem Nichts, finde ich schon eine Leistung. Aber auch, dass ich mich nie habe unterkriegen lassen. Ich bin nach jeder überwundenen Krise, bzw. nach jedem Rückschlag (egal wie gross), aufgestanden und habe mich wieder zurückgekämpft. Doch alleine schafft man das nicht. Es braucht immer ein starkes Team welches dies erreicht. Und Freunde die helfen, wenn es Hilfe braucht.

… sonst noch etwas?
Ja, dass ich meine Stärken und Schwächen genau kenne und dadurch den MitarbeiterInnen sehr viel Vertrauen und Verantwortung übertrage. Die Art und Weise wie mein CEO Daniel Dysli sich entwickelt hat und heute als CEO die Firma operativ vollumfänglich führt, erfüllt mich mit Stolz. Der Erfolg gibt uns Recht und so gibt es weitere Beispiele von jungen Leuten die immer besser werden.

Welche Entscheidung bereust du am meisten?
Ach, da gäbe es so viele. Oft war ich vielleicht etwas zu optimistisch und zu schnell begeistert oder, ich habe zu wenig auf die kritischen Stimmen aus meinem Umfeld gehört. Aber es ist müssig darüber viel nachzudenken, denn man kann diese Entscheidungen ja nicht rückgängig machen. Aber daraus die richtigen Lehren ziehen, das sollte man natürlich. Genau das versuche ich, aber nicht immer gelingt dies.

Michael Fischer mit dem heutigen Know-how in der Waschküche vor 25 Jahren, was würde er anders machen?
Ufff, sicher gäbe es hier einiges zu verbessern. Aber im Grundsatz ist es so, dass man wissen muss, was man will. Man muss sich Ziele setzen, starten und dann NIEMALS aufgeben. Die Feinheiten, Korrekturen einer Strategie oder von Plänen werden einem dann schon vom Markt, bzw. von den Kunden aufgezeigt. Ich denke, dass viele Leute einfach den Mut nicht finden um zu starten. Sie warten lieber auf die perfekte Idee, den richtigen Zeitpunkt, die perfekte Strategie etc. Aber sie wagen es nicht zu starten. So gesehen lautet meine Antwort – ich würde es wieder so machen, wie damals.

Was war dein erster Gedanke als Covid-19 alles «stillgelegt» hat?
Das darf doch nicht wahr sein!!! Wie überleben wir das? Was kann ich unternehmen um das Beste daraus zu machen?

Wo steht Adcom in 5 Jahren?
Erste Adresse für Live Marketing und Live Experience in der Schweiz. Strategie erfolgreich umgesetzt, so dass alle grossen Kunden zu Adcom wollen. Sie wollen zu Adcom, weil wir ihnen helfen aus ihren Investitionen die Ziele erfolgreich zu erreichen. Ziele die den Absatz fördern, Leads generieren, Community ausbauen und Erlebnisziele die auf die Marken einzahlen.

Was macht Michael Fischer in 5 Jahren?
Ich denke etwa dasselbe wie heute. Ich bin in der komfortablen Situation, dass ich wirklich die Themen bearbeiten kann, in denen ich stark bin und welche ich gerne mache. Gerne würde ich an 3 Standorten leben: in Zug, in Ibiza und in Brienz.

Zug: Real Life, Business, Friends & Hockey
Brienz: Wo meine Mutter aufgewachsen ist. Die totale Entschleunigung.
Ibiza: Abschalten, Chillen und Easylife. Dort bin ich an einem Geschäftsprojekt dran

Welche Tipps kannst du den herangehenden Unternehmer- Innen mitgeben?
Wissen was du willst. Anfangen und zwar heute! Niemals aufgeben! Nicht auf Bremser, Neider oder Zögerer hören, bereit sein aus der Komfortzone rauszugehen. Geld sollte kein Motivator für Selbständigkeit sein. Leidenschaft für die Arbeit, Leistung, Kunden etc. und den Ehrgeiz haben etwas zu erreichen. Der Freiheitsgrad war für mich ein grosser Antrieb.