„Ich weiss, dass ich alles schaffen kann, wenn ich ganz fest daran glaube. Wille und Disziplin und ein Hauch von Wahnsinn. Damit ist alles möglich“. Doch dieser Ansicht war Nadine Riedl nicht immer. In einem spärlichen 49-Häuser-Dorf ist sie aufgewachsen und hat standesgemäss nach der Schulzeit eine Ausbildung begonnen (Berufsschule hatte sie in München). Nadine Riedl war sofort fasziniert von der Grossstadt. Ein wahrhaftiger Gegensatz zum Leben, welches sie bisher kannte. „Ich war so sehr beeindruckt von diesem Leben und beschloss, dieses für mich zu entdecken. Einen Job und eine Wohnung habe ich rasch gefunden. Ich habe dann den Schritt in das vermeintlich „neue Leben“ gewagt und zog nach München“. Jeden Tag von 08.00 bis 17.00 Uhr arbeiten, um dann jeweils am Montag schon aufs nächste Wochenende zu warten.
Als Ausgleich zum Büroalltag gehörte das fast tägliche Workout im Fitnessstudio dazu. Nadine Riedl fand schnell ihre Routine im Workout (meistens um 05.00 Uhr morgens) mit anschliessender Fahrt ins Büro. Das reine Training war nicht genug. Sie wollte sich auch mit der Konkurrenz messen und beschloss, an einem Bodybuilding Wettkampf in der Kategorie „Bikini-Fitness“ teilzunehmen. Dies erforderte enorme Disziplin und die Vorbereitung beanspruchte den ganzen Tagesablauf, sodass der Tag nur noch aus Training, Arbeit und Mahlzeiten vorbereiten bestand. Zusätzlich ist die Teilnahme an einem solchen Wettkampf mit enormen Kosten verbunden. Die Athletinnen brauchen Wettkampffarbe, Schmuck, Schuhe und einen speziellen Bikini für den Bühnenauftritt. Ein solcher Bikini kann gut und gerne 700 EUR und mehr kosten. Mit einem normalen Berufsanfänger-Angestellten-Gehalt also unerschwinglich.
Nadine Riedl findet einen anderen Weg: „Ein Blanko-Bikini, den ich selbst mit Strass verziere. Gesagt, getan und ich konnte den ersten Wettkampf in meinem eigen designten Wettkampfbikini gewinnen. Ein unglaublich tolles Erlebnis für mich“. Ihren Bikini hat sie per Handarbeit gefertigt. Nadine Riedl dachte sich, wenn jemand anderes das kann, dann kann sie das sicher auch. Also hat sie ihre Urlaubsgeldzahlung in eine Nähmaschine und einige bunte Glitzerstoffe investiert. Sie fertigte 2-3 Testbikinis und hat damit ihre Leidenschaft entdeckt. Die befreundeten Athletinnen waren fasziniert von den Werken und gaben bereits eine Bestellung bei ihr auf.
So kam eins zum anderen: Umzug in eine grössere Wohnung und die Gründung der Firma „DiamondDesign Posingsuits“. Stück für Stück bekam das Unternehmen von Nadine Riedl einen grösseren Bekanntheitsgrad. Durch die kontinuierlich ansteigende Zahl an Bestellungen verbrachte sie ihre Freizeit (rund um den Büroalltag) ausschliesslich mit der Bikiniherstellung. Allerdings musste Nadine Riedl im Laufe der Zeit einsehen, dass die hohe Belastung auf Dauer nicht gesund für sie ist, weshalb sie sich dazu entschlossen hat, sich komplett selbstständig zu machen und ihren Angestellten-Job zu kündigen. Nadine Riedl ist stolz darauf als Jungunternehmerin eine Firma aufgebaut zu haben, welche in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich ist.
Seit längerem ist aber noch ein anderes Projekt in Planung: Nadine Riedl wollte schon immer Gym Wear für Athletinnen designen. Da sie nun selbständig ist, hat sie diese Idee in die Tat umgesetzt. So entstand das neue Gym Wear Label „Diamond Apparel“. Die Kollektion verfügt über einen extravaganten Schnitt und Design. „Diamond Apparel“ ist seit Mitte September 2018 auf dem Markt erhältlich.