Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Kein tägliches Schminken mehr? Mit Permanent Make-up (PMU) ist das möglich. Holger Hoffmann weiss, worauf man achten muss. 

1. Welche Bereiche können pigmentiert werden?

Im Gesichtsbereich werden vor allem die Konturen gearbeitet, also Augenbrauen, Wimpernverdichtungen, Lidstrich oder Wimpernrekonstruktionen sowie Lippenkonturen mit entsprechender Einschattierung oder Lippenlicht. Des Weiteren sind im Kopfbereich die Behandlung von Narben, Farbangleichungen, Schönheitsflecken, Sommersprossen oder Vitiligo möglich. Ausserdem können ausgefallene oder licht gewordene Haare mittels Stoppeln oder Schattierungen aufgefüllt werden. Im Körperbereich stehen die finalen optischen Arbeiten nach einer medizinischen Vorgeschichte im Vordergrund. Dazu gehören vor allem die Mamillenrekonstruktionen nach einer Tumorbehandlung, Narbenbehandlungen sowie Farbangleichung von depigmentierten Hautarealen durch Vitiligo, Laser oder andere Umstände. Ebenso werden Hauttransplantationen behandelt, deren Hautoberfläche farblich nicht zum Umfeld passt, oder körpereigene Gewebsprothesen perfektioniert.

2. Wie lange hält Permanent Make-up in der Regel?

Man sollte keine generelle Aussage wie „drei bis fünf Jahre“ treffen, weil es einfach nicht stimmt. Von Kunde zu Kunde, von Methode zu Methode und von Farbe zu Farbe hält es wenige Monate bis ewig! Die Haltbarkeit ist von zwei Faktoren abhängig: Von der verwendeten Farbe und der Farbtiefe. Unterschiedliche Farbqualitäten liefern unterschiedliche Haltbarkeiten. So ist zum Beispiel ein mineralisches Schwarz deutlich weniger haltbar als ein Kohlenstoffschwarz. Mineralische Farben müssen spätestens alle ein bis zwei Jahre nachgearbeitet werden. Organische Farben halten etwa doppelt so lang oder länger. Aber auch die Farbtiefe hat einen entscheidenden Einfluss auf die Haltbarkeit. Eine Farbe, die sich vom eigenen Hautgewebe deutlich abhebt, ist noch sehr lange zu sehen. Sehr natürliche Farben mit einem minimalen Kontrast zum hauteigenen Farbton sind bereits nicht mehr sichtbar, wenn nur ein kleiner Teil der Farbe verstoffwechselt wurde. Natürlich spielt die Stichtiefe eine weitere Rolle. Wenn das PMU nur wenige Tage oder Wochen hält, wurde die Farbe nur epidermal eingebracht und wird nach aussen wegregeneriert. Erst wenn die Farbe in die papilläre Dermis eingebracht wird, hält sie erst semipermanent.

3. Ist die Behandlung schmerzfrei?

Nach meiner Vorgehensweise spüren die Kunden ein Kribbeln oder Kratzen. Im Laufe der letzten Jahre haben sich Nadelschliffe und Gerätetechnik derart weiterentwickelt, dass man seine Kunden nicht mehr quälen muss wie in den Neunzigerjahren. Wer mit einem sehr alten Gerät und einer alten Technik arbeitet, wird sich diesen Problemen immer noch gegenübersehen.