Was bedeutet Kochen für dich?
Freiheit, Freude, glücklich sein! Es löst in mir jede Menge Glücksgefühle aus.
Wieso?
Kochen ist meine grosse Leidenschaft. So wie essen. Dass man sich selber etwas Gutes zu Essen machen kann und anderen auch eine Freude – das ist pures Glück für mich.
Wann hast du diese Passion entdeckt?
(lacht) Es ist sozusagen ein altes Laster. Gemerkt habe ich es bei der Schnupperlehre, die Gruppendynamik hat mich sofort fasziniert.
Du warst in der Spitzengastronomie tätig und jetzt selbständig. Weshalb?
Es war auf die Dauern nicht das, was ich erhofft und erwartet hatte. Es führte an ein falsches Ziel. Ich hatte viele Ideen, die ich nicht umsetzen konnte. Ich kann mehr, als nur in Menüs denken, ich haben viele andere Interessen. Heute kann ich vieles verbinden: Kochen, Design, Grafik.
Als Moderator warst du auch in der Sendung „Landliebe“ erfolgreich.
Ja, das hat mir riesig grossen Spass gemacht. Ich mache gerne zusammen mit einem Team etwas, auf dem Set ist es zwar harte Arbeit, aber kommt einem nicht wie Arbeiten vor.
Bist du ein Teamplayer?
Total! Ich bin je länger je mehr in der Konzeption tätig und gebe dann andere Tätigkeiten wie das Kochen ab. Man muss delegieren können. In der Küche bin ich heute so sicher, dass ich genau weiss, was ich abgeben kann.
Wie hat sich das Verhältnis zum Essen gewandelt?
Mit dem Verständnis durch viele Projekte, die sich mit Regionalität und Überkonsum befassen, hat sich mein privates Essverhalten sehr gewandelt. Ich esse sehr wenig Fleisch und so regional wie es geht. Ich kaufe keine Avocados oder Tomaten im Winter. Und ich freue mich dann im Sommer umsomehr, in eine reife Tomate zu beissen!
Was hältst du von Foodbloggern und Instagrammern?
Die sozialen Medien sind ein gutes Mittel, die Menschen zu erreichen, aber es werden leider auch viele Fehlinformationen verbreitet. Die Reichweiten und die Auswirkungen sind meiner Ansicht nach für die Gesellschaft eher schlecht. Wenn sich die Jungen nur noch danach richten, was andere posten, kann das schädlich sein. Denn die Influencer sind oft gekauft von grossen Firmen.
Was würdest du dir für die jungen Menschen wünschen?
Wir leben in einem totalen Überfluss. Nicht mal für mich ist es einfach, einen guten Überblick zu haben. Es ist wichtig, in die Natur zu schauen. Was geschieht rund um mich herum. Mein Tipp: Einen Bauernhof besuchen.
Was für ein Projekt würdest du gerne mal realisieren?
Mit meinem Kunstprojekt an die ART Basel kommen. Mein Restaurant Projekt im spanischen San Sebastian ist auch etwas, was mich antreibt. Dieses Jahr machen wir dort einen Pop Up auf und schauen mal, wie es weitergeht. San Sebastian ist meine zweite Heimat. Nicht zuletzt, weil ich leidenschaftlich gerne surfe.
Dein Lieblingsessen?
Das ist sehr Stimmungsabhängig, ich geniesse es zum Beispiel, mit guten Freunden eine authentisch napoletanische Pizza zu essen. Zuhause mag ich es einfach und frisch.
Welche 5 Produkte hast du immer im Kühlschrank?
Kaffeerahm, zwei bis drei Sorten Käse, eine Flasche Weisswein, Radiesli und Butter.
Was isst du nicht?
Billigen Brötli-Rauchlachs finde ich grauenhaft.