Der Fussballtrainer schläft immer neben einem gepackten Koffer ein. Heutzutage ist das Leben eines Fussballtrainers keine Longlife-Garantie. Trainer in den oberen Ligen kommen und gehen. Ein berühmter Trainer sagte vor einigen Monaten an einer Pressekonferenz: “Wenn man ein Spiel gewinnt, gewinnt das Team, gewinnt der Verein, gewinnt die Stadt. Wenn man aber verliert, verliert der Trainer”. In der Tat ist es einfacher bei ausbleibendem Erfolg den Trainer auszuwechseln, als das ganze Team.
Wer Fussballtrainer sein möchte, benötigt nicht nur ein entsprechendes Diplom, sondern vielmehr einen Verein, welcher dem Trainer das volle Vertrauen schenkt. Bis man allerdings die geforderten Trainerscheine gemacht hat (UEFA C, B, A Diplom bis hin zur UEFA Pro-Lizenz), dauert es sehr lange. Wenn man vorher selber nie Fussball gespielt hat, wird dieses Unterfangen “Fussballtrainer” fast unmöglich.

Die Anforderungen an einen Trainer sind in der heutigen Zeit extrem gestiegen. Weiter gibt es viele gut ausgebildete Fussballtrainer, welche sich in der Berufswelt neuorientieren müssen oder sich auf Jobsuche befinden. Schafft ein Fussballtrainer den Sprung zu den Profis wird der Druck höher. Ab diesem Moment zählt nur noch der Erfolg. Je erfolgreicher ein Trainer desto höher sind seine Chancen einmal einen Topverein zu trainieren.

Die Realität sieht aber oft anders aus. Hat ein Trainer keinen Erfolg, wird er nach kurzer Zeit entlassen. Bekannte Fussballtrainer gehen jedoch lieber selber. Bevor es zu einer Entlassung kommt, verkünden sie ihren Abgang (vgl. Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund). Zeit haben die Trainer nicht in diesem Business. Verliert ein Fussballtrainer seinen Job, wird es schwierig erneut einen anderen Verein in der höchsten Liga zu finden. Ausnahmen bilden Trainer, welche einen unglaublich guten Ruf haben und zahlreiche Erfolge nachweisen können.

Was aber macht der Trainer, welcher keinen neuen Verein findet? Top ausgebildete und überqualifizierte Trainer suchen oft bei unteren Ligen eine neue Herausforderung. Sie hoffen bei erfolgreicher Arbeit wieder einen Topverein auf sich aufmerksam machen zu können.

Werfen wir einen Blick zum Nachbarn in die Bundesliga, wo Trainerwechsel zum Tagesgeschäft gehören. In der Saison 2014/15 haben folgende Vereine den Trainer gewechselt (Stand Juni 2015):

– Hertha BSC  (5.2.2015)
– 1. FSV Mainz 05 (17.2.2015)
– Hamburger SV (15.4.2015)
– VfB Stuttgart  (25.11.2014)

Bleibt deshalb abzuwarten, wohin diese Entwicklung führt.

Ein kleiner Trost an alle Fussballtrainer:
8Sir Alexander „Alex“ Chapman Ferguson, ehemaliger schottischer Fussballtrainer und Fussballspieler, war von 1986 bis 2013 für Manchester United tätig. In knapp 27 Jahren gewann Ferguson mit United 38 Titel, unter anderem 13x die englische Meisterschaft, 5x den FA Cup, 2x die Champions League und 1x den Europapokal der Pokalsieger.